September – Egschiglen (Deutschland / Mongolei)

Egschiglen (Deutschland / Mongolei)
Klangkosmos Weltmusik
Donnerstag, 17.09.2015

Egschiglen ist ein Ensemble mongolischer Meistermusiker, die seit mehr als zwanzig Jahren ein gemeinsames Ziel verfolgen und ihre Musik auf beeindruckende und künstlerisch vielfältige Weise präsentieren: Fest verwurzelt in den traditionellen Musikkulturen der Mongolei nehmen sie deren musikalische Schätze als Ausgangspunkt für ihre zeitgenössischen Kompositionen und Interpretationen. Die Musiker greifen auf uralte Klänge zurück und lassen sie im Hier und Jetzt mit persönlichen Erfahrungen und Begegnungen verschmelzen.

In den kargen, endlosen Weiten der Mongolei lebt eine versteckte Sprache, die nur die Musik entziffern und übersetzen kann. Die nomadischen Hirten verbringen auch heute noch einsame Tage in den Steppen und Bergen, wo der Wind, die Geräusche der Tiere und ihre Lieder die einzige Unterhaltung sind. Es ist ein tiefes menschliches Bedürfnis, diese immensen leeren Räume mit Klängen zu füllen, die Topographie der Landschaft in Melodien nachzuzeichnen und dem Wind, der alle Klänge und Geräusche unserer Erde in sich trägt, zu antworten.
Egschiglen nehmen uns mit in diese Welt und präsentieren uns die unverwechselbaren Ober- und Untertongesänge (Khoomi) sowie traditionelle ›lange Lieder‹ (Urtiin Duu). Dabei geben sie dieses musikalische Erbe weder auf museale noch folkloristische Weise wieder. Sie bearbeiten den ›kreativen Steinbruch‹ mongolischer Klänge, Rhythmen und Rituale vielmehr auf ihre ganz eigene Weise und mit größter Virtuosität: das Vergangene wird zeitgenössisch und das Regionale universell.

BEGINN 18.00 UHR   EINTRITT FREI

www.klangkosmos-nrw.de
www.unter-wasser-fliegen.de


August – The Happy Gangstas

The Happy Gangstas
Polka, Jazz & Chacha Cha
Mittwoch, 26.08.2015

›My name is Peter – I‘m a drummer in a band and I‘m old.‹ Helge-Schneider-Fans lieben sein Lied über seinen Schlagzeuger Peter Thoms. Was viele nicht wissen: Peter Thoms spielt Schlagzeug seit nunmehr 60 Jahren – in Tanzkapellen, Jazz Bands und Experimentier-Ensembles. Er begleitete Clowns bei Purzelbäumen, trieb Tänzer zu grotesken Verrenkungen und Jazz-Fans zum ekstatischen Mitswingen.
Mit der Band ›The Happy Gangstas‹ zelebriert er Polka, Jazz & Cha Cha Cha aufs Allerfeinste. Zupackend gespielte Volksmusik von gestern, heute und übermorgen. Jazz-Improvisationen auf Ohrwürmern aus aller Welt. ›La Paloma‹ erklingt mit allem Fernweh dieser Welt, Balkanrhythmen verschmelzen mit Trompeten-Kapriolen, amerikanische Evergreens bekommen so viel Drive, dass dem Swing-Tänzer die Waden wackeln. Alles mit minimalem Instrumentarium – statt Materialschlacht lieber liebevoll-virtuose Handhabung der Klangerzeuger. Einige Stücke werden gesungen und manchmal pfeifen alle um die Wette.

Peters pfeifende Gangsta-Kollegen sind:
Blasius Maltzahn (Trompete, Gesang, Percussion): Als er das Licht der Welt erblickte, sah ihn seine Mutter und weinte. So bekam er nicht nur den Gangsta-Look, sondern auch gleich den Blues mit in die Wiege gelegt.
Rolf Springer (Gitarre, Gesang): Ging mit 18 Jahren nach Berlin und mischte dort mit seiner Gitarre in diversen kriminellen Vereinigungen mit. Vier Jahre Knastaufenthalt am Rotterdamer Konservatorium machten ihn zum Vorzeige-Gangsta.
Dieter Stein (E-Bass, Kontrabass, Gesang, Gitarre): Spielte schon in seiner Jugend in Bands von Helge Schneider. Ebenso mit Stoppok, Desiree Nick, Willi Thomcyk u.a.; bevor er mit den ›Happy Gangstas‹ vollends glücklich wurde.

BEGINN 19.30 UHR EINTRITT 10 € / 8 €


Sommerpause


Juni – Kan‘nida (Guadeloupe)

Kan‘nida (Guadeloupe))
Klangkosmos Weltmusik
Donnerstag 18.06.2015

Kan‘nida sind stolze Vertreter der Gwo Ka Tradition (Gwo Ka = große Trommel), die ihren Ursprung in den Musikkulturen der afrikanischen Sklaven hat, die aus Westafrika auf die karibischen Inseln deportiert und dort über zwei Jahrhunderte auf den Zuckerplantagen ausgebeutet wurden. Obwohl Gwo Ka damit Teil des kulturellen Erbes für die Guadeloupianer ist, war es bis Anfang der 1990er Jahre verboten, diese Musik öffentlich aufzuführen. Man hörte sie nur bei den Ritualen der Totenwache und bei den so genannten Lewoz, rituelle halböffentliche Familienfeste, die meistens freitagabends begannen und bis zur Morgendämmerung dauerten. Ab den 1970er Jahre entwickelte sich Gwo Ka zum anti-kolonialen kulturellen Symbol und unbestrittenen musikalischen Soundtrack der Seele Guadeloupes.

Eine besondere Tradition innerhalb der Gwo Ka Musik ist der à cappella Stil Bouladjel. Boula ist der Name der großen Trommeln, und im Bouladjel werden die Klänge dieser Trommeln mit dem Mund bzw. durch bestimmte Atemtechnik und Kehlkopfgesang nachgeahmt. Mehrere Stimmen mit verschiedenen rhythmischen Sequenzen verweben sich zu einem polyrhythmischen Dialog, über dem häufig noch ein Solosänger improvisiert.

Kan’nida haben auch die echte Boula-Trommel im Gepäck und präsentieren uns neben Bouladjel weitere Gwo Ka Klänge, Gesänge und Tänze. Ihre Lieder, die sie in Créol singen, erzählen von gesellschaftlicher Ungerechtigkeit und betonen die Rückbesinnung auf die eigenen kulturellen Wurzeln. Treten Kan’nida in Guadeloupe auf, dann strömen Alt und Jung zu diesem musikalisch vielfältigen Ereignis, das verspricht, Vergangenheit und Gegenwart und somit Generationen miteinander zu verbinden.

Beginn 18.00 Uhr Eintritt Frei

www.klangkosmos-nrw.de
www.unter-wasser-fliegen.de


Mai – Vocalissime

Vocalissime
Acapella & mehr mit drei Frauen & mehr.
Mittwoch, 27.05.2015

VOCALISSIME ist ein Frauentrio der besonderen Art! Von Nasentrompeten und gefühlvollem Gesang bis hin zu groovendem Rhythmus und mitreißenden Gesangs- und Instrumental-Soli wird dem Zuschauer viel geboten.

Mit heiterer Gelassenheit und immer aus vollem Herzen singen die drei Solingerinnen ihr abwechslungsreiches Jazz-, Folk- und Pop-Repertoire. Mal nur Acapella, mal kongenial begleitet von Rudi Rhode, Bernhard Klapdor und Olaf Scherf.
Die unterschiedlichen Temperamente der Sängerinnen kommen in den exzellenten Song-Arrangements aus der Feder der erfahrenen Jazzsängerin Ursula Becker wunderbar zur Geltung. Mit großem Harmoniegefühl, Phrasierungsfreude, Leidenschaft und viel Spaß zelebrieren die drei Musikerinnen die Freude an der Musik: mal lyrisch, mal frech und peppig.

Kreativ und facettenreich ist ihr neues Programm: Vocalissime sind Petra Liermann (Sopran), Susanne Lucas (Alt), Ursula Becker (Kontra-Alt), sowie Rudi Rhode (Saxophon und Akkordeon), Bernhard Klapdor (Kontrabass) und Olaf Scherf (Gitarre).

Beginn 19.30 Uhr Eintritt 10 € / 8 €


April – PlanA: Endstation Utopia

PlanA: Endstation Utopia
Groovige Songs unplugged
Mittwoch, 29.04.2015

Auf ihrer Reise nach Utopia legen die vier Musiker von PlanA Zwischenstopps in Jamaica (Reggae), in der Karibik (Salsa), in Osteuropa (Balkan-Beats), in England (Rock), in den USA (Blues und Jazz), in Israel (Klezmer) oder in Brasilien (Bossa-Nova) ein. Im Gepäck haben sie deutsche Texte diesseits von Herzschmerz, Nabelschau und Schmalz. Stattdessen spiegeln die groovigen Songs von PlanA in unterschiedlichsten Facetten die Suche nach einer besseren Welt wider – um dann am Ende festzustellen, dass Utopia kein Ort ist, sondern eine Idee. Eine Idee, die in denen wächst, die sich auf die beschwerliche Reise dorthin begeben haben.

Die Besetzung von PlanA hat nicht zufällig eine Schnittmenge mit der Kultband ›Fortschrott‹ – und doch ist die Musik ganz anders: Rudi Rhode: Gesang, Akkordeon; Andre Enthöfer: Saxofone; Wolfgang Suchner: Tuba, Bass; Moritz Schniedergers: Schlagzeug

Beginn 19.30 Uhr Eintritt 10 € / 8 €


März – Talya G. A. Solan & Yamma Ensemble (Israel)

Talya G. A. Solan & Yamma Ensemble (Israel)
Klangkosmos Weltmusik
Donnerstag, 19.03.2015

Die aus Rehovot stammende jüdische Sängerin Talya G. A. Solan ist eine erfrischende Stimme in Israels weltoffener Musikszene. Ein großer Teil ihres Repertoires stützt sich auf die musikalischen Traditionen ihrer jemenitischen und bulgarischen Vorfahren. Gleichzeitig präsentiert sie einen musikalisch bunten Klangteppich des heutigen multikulturellen Israel. Neben jemenitischen Traditionen bindet sie auch Klangfarben und Stilistiken der jüdisch-bulgarischen und jüdisch-zentralasiatischen Diaspora ein, sowie solche der armenischen und arabischen Minoritäten.

Auch wenn die jemenitisch-jüdische Musiktradition heute nur noch in der Diaspora fortlebt – jüdische Gemeinden im Jemen selbst gibt es nicht mehr – spiegelt sich ihre jahrtausendlange Geschichte in der Musik wider. Diese war lange von der geographischen Autarkie und Isolation im Süden der arabischen Halbinsel geprägt, so dass sich besondere Traditionen erhalten haben: arabische Melodien mit hebräischen Texten waren verpönt, das Repertoire überwiegend religiös und nach Geschlechtern getrennt. Frauen- und Tanzlieder hatten häufige Motivwiederholungen und asymmetrische Rhythmen. Metrische Freiheit war den Männer-Liedern vorbehalten, die oft theatralisch und emotional vorgetragen wurden.

Talya und ihre Musiker schöpfen aus diesen Quellen und der Begegnung mit den heutigen Migranten in Israel. Talyas Stimme wechselt elegant zwischen warm, weich und dennoch kraftvoll bis hin zu schrill, scharf und ekstatisch. Das Yamma Ensemble spielt jemenitische Instrumente wie den aus Antilopen- und Kuduhörnern gefertigten Shofar sowie die armenische Duduk und die arabische Oud.

Beginn 18.00 Uhr Eintritt Frei

www.klangkosmos-nrw.de
www.unter-wasser-fliegen.de


Februar – Seatown Seven

Seatown Seven
Hot Jazz, New Orleans Jazz und Swing
Mittwoch, 25.02.2015

Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr kommen sie gerne erneut ins Lutherstift: Die SEATOWN SEVEN HOT JAZZ! 1962 von Adrian von Saucken gegründet, wurde ihre Musik damals noch als Geheimtipp in musikhistorischen Zirkeln gehandelt. Mittlerweile blicken die Gründer-Herren auf 50 Jahre Leben für und mit dem Jazz!
Heute ist die Band mit ihrer Musik bei Publikum, Festival-Veranstaltern und Redakteuren eine feste Größe. Seatown Seven orientieren sich an stilbildenden Musikern des ›golden Jazz-Age‹, beziehen ihre Einflüsse also aus ›erster Hand‹. Schon zu Zeiten der ›Trad‹-Welle fanden von Saucken & Co ihre Vorbilder in den Orchestern von Louis Amstrong, Jelly 
Roll Morton, Clarence Williams oder Fletcher Henderson.
Bereits 1971 erschienen die beiden ersten Langspielplatten von Seatown Seven. Weitere Einspielungen erfolgten in der Zeit von 1975-1988, später auch Live-Mitschnitte von Rundfunksendungen, dem Dresdner Dixieland Festival und 1998 eine Zusammenfassung in der CD ›35 Jahre Seatown Seven‹ – und dies alles in fast unveränderter Besetzung.
Die heutige, inzwischen generationsübergreifende Besetzung bietet eine breite musikalische Palette vom klassischen New Orleans Stil bis zum frühen Swing.

Beginn 19.30 Uhr Eintritt 10 € / 8 €


Januar – Theatergruppe ›Die Kohlköpfe‹

Theatergruppe ›Die Kohlköpfe‹
Die Leiche im Schrank
Mittwoch, 28.01.2015

Seit Jahren war das Elterntheater ›Himmel & Erde‹ beliebter Stammgast im Lutherstift. Die Aufführungen – immer im Januar – begeisterten zahlreiche Bewohner, Gäste und Fans.
Nach dem plötzlichen und viel zu frühen Tod der langjährigen Leiterin Erika Schaller führt das Ensemble des Elterntheaters nun Erikas Erbe unter dem neuen Namen ›Theatergruppe Kohlköpfe‹ fort. In der Kriminalkomödie ›Die Leiche im Schrank‹ von Walter G. Pfausin hat die Gruppe einen idealen Stoff für ihre lustvolle und lebensfrohe Spielweise gefunden:
Der Fotograf und Casanova Johann Blödt hat mit Nicola Kraft eine neue Geliebte. Als deren eifersüchtiger Ehemann Siggi plötzlich auf der Matte steht, steckt Johann in der sprichwörtlichen Klemme. Die Lösung, seine Nachbarin Simone Lehmann als Ehefrau auszugeben, funktioniert nicht lange. Denn Simones Ehemann Axel kommt früher als erwartet von einer Geschäftsreise zurück und mischt das turbulente Treiben auf. Da hinein platzen das neue Fotomodell Gloria sowie ein älteres Ehepaar, das sich eigentlich nur fotografieren lassen will, und sorgen für weitere Verwirrung. Als schließlich auch noch Antonio, ein Bekannter von Simone, auftaucht, geht alles drunter und drüber. Was Antonio im Fotoatelier zu suchen hat, darauf wird das Stück eine Antwort geben.

Beginn 19.30 Uhr Eintritt 10 € / 8 €


Dezember – Nobuntu (Simbabwe)

Nobuntu (Simbabwe)
Klangkosmos Weltmusik
Donnerstag, 18.12.2014

Die junge a capella Gruppe Nobuntu kommt aus der Stadt Bulawayo, die häufig ›Kulturhauptstadt Simbabwes‹ genannt wird. Sie ist das Herz der Ndebele-Kultur und gilt seit langer Zeit als Zentrum für traditionelle Musik, Tanz, Theater und bildende Kunst. Bei den Ndebele, wie auch bei anderen Zulu-Völkern, existiert eine große Chorgesang- und a capella Tradition. Bereits in den 1920er und 30er Jahren entstand rund um die Industriegebiete in Natal und Johannesburg der Vokalstil ›Mbube‹ (Zulu-Wort für ›Löwe‹), und die 1970er Jahre war die große Zeit des ›Isicathamyia‹, der international bekannt wurde durch ›Ladysmith Black Mambazo‹.

A capella Musik ist traditionell eine reine Männerdomäne. Doch mit Nobuntu kommt innovative Frauenpower: Fünf mutige Sängerinnen einer neuen Generation zelebrieren die Schönheit und den Reichtum ihrer Kultur. Sie kombinieren traditionelle simbabwische Musik, Gospel, Afro-Jazz und Crossover. ›Musik überwindet Grenzen zwischen Sprachen, Stämmen, Hautfarben und Ländern. Musik übertrifft in jedem Fall die Politik. Sie ist die Nahrung, mit der afrikanische Kinder ihr Leben leben und zu wunderschönen Geschöpfen heranwachsen.‹ Mit ihren eigenen Kompositionen und ihren Texten setzen die fünf Frauen einen wichtigen Impuls für Veränderungen herkömmlicher Rollenmuster innerhalb ihres Landes und darüber hinaus. So sind die meisten ihrer Lieder auch Ausdruck von und Aufruf für Solidarität, Gemeinschaft, Lebensmut und Bescheidenheit. Und auch ihr Name steht für all diese Werte. Denn in dem Wort ›Nobuntu‹ steckt der Zulu-Begriff ›Ubuntu‹, den man etwa mit ›Mutter der Menschlichkeit‹ übersetzen kann. Die Stimmen der fünf Nobuntu-Sängerinnen singen in mehreren Sprachen: Englisch, Ndebele und Xhosa. Die Klänge einer Mbira und einer Djembe-Trommel sowie energiegeladene Tanzeinlagen geben dem Konzert zusätzliche Kraft.

Beginn 18.00 Uhr Eintritt Frei

www.klangkosmos-nrw.de
www.unter-wasser-fliegen.de