
Tango Transit
Blut
Mittwoch, 29.02.2012
»Blut« heißt das aktuelle Album von Tango Transit. Denn Blut ist lebenswichtig, Blut ist Träger der Lebenskraft, steht für Energie, fließt und pulsiert. Und all das lässt sich auf die Musik von Tango Transit übertragen. Der Tango im Namen ist die gedankliche Brücke zu Expressivität, Melancholie, Extase, Dynamik und Bewegung. Das Transit verweist auf die Selbstverständlichkeit, mit der die drei Musiker Martin Wagner (Akkordeon), Hanns Höhn (Kontrabass) und Andreas Neubauer (Schlagzeug) unterschiedliche Musikstile von Klassik über Blues und Cajun bis zu Funk und Drum’n’Bass in Bezug zueinander setzen. So entsteht energiegeladene, zeitlose Musik von ansteckender Spielfreude.
Als Meister der Tasten und Knöpfe sorgt Wagner mit seinem Instrument in der Interaktion mit Höhns Kontrabass und Neubauers Schlagzeug, die genauso selbstverständlich ins harmonische, melodische und solistische Spiel eingreifen wie das Akkordeon, für eine ganz eigene Farbe in der europäischen Jazz-Landschaft. Das macht Tango Transit zu einem singulären Ereignis und einer unvergleichlichen Band. Der Anspruch, im Konzert Gänsehaut und Glücksgefühle zu erzeugen, mit Souveränität und spielerischer Leichtigkeit auch tiefen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und das Publikum, mal träumend, mal tanzend, mitzureißen, wird souverän erfüllt.
»Was sich die meisten Bands für ein spannendes Finale aufheben, gab es von dem Jazz-Trio ›Tango Transit‹ durchgehend: furiose Rhythmussteigerungen, leidenschaftlich ausgedehnte Soli und die Bereitschaft, aus sich und dem Instrument das Letzte herauszuholen. Furios von Anfang bis Ende.« Hessische Allgemeine
Beginn: 19.30 Uhr // Eintritt: 8 € / 6 €


Elterntheater Himmel & Erde
Sturmfreie Bude
Mittwoch, 25.01.2012
Wie schön, dass die Wohnung an diesem Wochenende frei ist, denkt jeder der Bewohner einer Wohngemeinschaft. Aber leider hat jeder geschwindelt und seine Geheimnisse und so füllt sich die Wohnung mit solchen Gästen, die man am liebsten nur von hinten sieht und solchen, die sich völlig unerwartet die Türklinke in die Hand geben. Da ist es kein Wunder, wenn auch eine zwielichtige Gestalt die Gelegenheit hat, ihr Unwesen in den Räumen der Wohnung zu treiben. Zuletzt entwirrt sich das Beziehungsknäuel und alle sind, bis auf eine Person, mit dem Wochenende in einer überfüllten Wohnung ausgesöhnt.
Sturmfreie Bude ist die 23. Inszenierung des Kult-Ensembles von der Birkenhöhe; als Vorlage dient das Stück »Überfüllte Wohngemeinschaft« von Wolfgang Bräutigam. Seit 1985 begeistern Eltern von Kindern, die die Grundschule Birkenhöhe besuchen (oder besuchten) ein stetig wachsendes Publikum mit ihren temporeichen Komödien. In der anstiftung sind die Inszenierungen von Himmel & Erde mittlerweile fester und beliebter Bestandteil des Programms.
Beginn: 19.30 Uhr // Eintritt: 8 € / 6 €


Ensemble Aznach
Klangkosmos Weltmusik
Donnerstag, 08.12.2011
Die fünf Sängerinnen des Ensemble Aznach stammen aus dem berühmten Pankisi-Tal in Georgien, einer Region wilder Naturschönheit im Herzen des Grossen Kaukasus im Grenzgebiet von Tschetschenien, Inguschetien, Dagestan und Aserbaidschan. Das Pankisi-Tal hat im letzten Jahrzehnt eine dramatische Geschichte erlebt und wurde international als »schwarzes Loch« Georgiens bekannt. Hierher kamen nach dem Ausbruch des letzten Tschetschenien Krieges zehntausende Flüchtlinge. Seit Ende 2003 hat sich die Situation im Pankisi-Tal wieder normalisiert und die meisten Flüchtlinge kehrten nach Hause zurück oder erhielten Asyl in anderen Ländern. Georgische Tschetschenen – Kisten – leben bereits seit der ersten grossen Emigrationswelle vor über zweihundert Jahren im Pankisi-Tal. Die ersten tschetschenischen Flüchtlinge wanderten vor allem aus dem Nordkaukasus ins benachbarte Georgien ein. Sie waren mehrheitlich Moslems, die zu den kaukasischen Völker gehörten, die sich seit dem 10. Jh. gegen die Christianisierung durch Georgien und Armenien widersetzt hatten. So leben bereits seit gut zwei Jahrhunderten sowohl Moslems wie auch orthodoxe Christen im Pankisi-Tal miteinander und haben die Traditionen beider Religionen kultiviert. Eine besondere Bedeutung für das friedvolle Miteinander der Menschen kommt dabei den toleranten mystischen Sufi Bruderschaften zu, die dort aus Männern oder aus Frauen bestehen, was in der islamischen Welt sonst eher selten ist. Die Kisten haben sich eine reiche und lebendige Musiktradition bewahrt, die ein Spiegel ihrer vielfältigen kulturellen Wurzeln ist: mehrstimmige Gesänge tief melancholischer Melodien christlich orthodoxer Tradition, ergreifende Harmonien und bildstarke Poesie des islamischen Mystizismus, die Strenge der »Dhikr« Rituale der Sufis und Stücke profaner Volksmusik wie Hochzeitstänze oder Arbeitslieder mit minimaler Instrumentierung. Aus all diesen Quellen schöpfen die Frauen des Ensembles Aznach.
Beginn 18.00 Uhr Eintritt Frei
www.klangkosmos-nrw.de
www.unter-wasser-fliegen.de


Olaf Reitz & Martin Zobel
Ein kleiner Prinz und zwei große Künstler
Mittwoch, 30.11.2011
»Der kleine Prinz«, das moderne Kult-Märchen von Antoine de Saint-Exupéry, wird in der Bearbeitung des Schauspielers Olaf Reitz und des Trompeters Martin Zobel zu einem emotionalen Erlebnis, zu einem künstlerischen Hochgenuss. Eine musikalische Lesung in einer kongenialen Inszenierung.
»Die Begegnung von Literatur und Musik wird zum emotionalen Erlebnis. Olaf Reitz liest das moderne Märchen mit seiner unwiderstehlichen Moralität mit bezwingender stimmlicher Intensität – nachhaltig im geradezu melodischen Duktus, mit weichem Timbre, die Figuren – Erzähler, Prinz, König, Schlange – in typisierenden Nuancen charakterisierend. Niemals routiniert deklamiert, vielmehr auch in den Details stimmlich differenzierend und mit emotionalisierendem Ausdruck.
»Martin Zobel begleitet die menschliche Stimme mit hoch einfühlsamem Trompeten-Spiel: Höhepunkte akzentuierend, Nachdenklichkeit evozierend – und im perfekten Spiel die eher ›dunklen‹ Möglichkeiten des Instruments gefühlvoll auslotend.«
Prof. F. Stuke in opernnetz.de
Beginn 19.30 Uhr Eintritt 8 € / 6 €


La Banda di Palermo
Sizilianische Lebensgefühle
Freitag, 11.11.2011
Der völlig eigene Stil der Musik von La Banda di Palermo erklärt sich zum einen durch die unterschiedliche musikalische Heimat der sechs Musiker und zum anderen durch die Liebe zu ihrer gemeinsamen Heimat Palermo. Mit Akkordeon, Trompete, Saxophon, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang huldigen die Musiker unter anderem ihrer Stadtpatronin Santa Rosalia – im nächsten Moment scheint man in Irland oder in Südamerika angekommen zu sein, denn auf Sizilien ist alles möglich.
»Palermitanische Musik spielen heißt Geschichten erzählen«, sagt Giacco Pojero und seinen glänzenden Deutschkenntnissen ist es zu verdanken, dass der feine Humor der gesungenen Texte nicht gänzlich verloren geht. Wer ein Konzert von La Banda di Palermo erlebt hat, ist nicht allein von den skurrilen Geschichten und der ungewöhnlichen, vertrauten Musik verzaubert, auch die ungeheure Präsenz der Musiker ist beeindruckend. »Die gekonnt theatralische Darbietung, die Gesten und komödiantischen Einfälle, lassen keinen Zweifel aufkommen, dass es um pure Lebensfreude geht«, schwärmt die Westdeutsche Zeitung.
Beginn 19.30 Uhr Eintritt 8 € / 6 €


Bernd Köppen – Piano Solo
›Märchenerzählungen – Von einem, der auszog…‹
Mittwoch, 19.10.2011
Am 17. September 2010 spielte der Pianist Bernd Köppen anlässlich der Saisoneröffnung der Reihe unERHÖRT erstmals sein neues Soloprogramm, hier noch ohne Titel und als ›work in progress‹ angelegt. Inzwischen, ein Jahr und etliche Aufführungen später, haben sich Titel und Formen manifestiert, so dass vom Konzert im Rahmen der Reihe ›anstiftung‹ ein live-Mitschnitt gemacht wird, der zum Jahresende als CD erscheint.
In seinem Klavierspiel hat Köppen über die Jahre hinweg einen eigenen, unverkennbaren Stil entwickelt, der sich in seiner Reduktion auf wesentliche Vorgänge bezieht. In der dynamischen Auslotung von Zeit und Raum werden Klang und Form durch nuancierten Anschlag, das dem Jazz eigene Timing und Parametern der europäischen Musik des 20. Jahrhunderts bestimmt. In meist relativ kurzen Stücken erklingt eine Musik ›von Geschichten, die nie erzählt wurden und deren Inhalte sich in den Köpfen der Zuhörer entspinnen‹ – eben ›Märchenerzählungen‹ in musikalischer Abstraktion.
Die Titel (in je zwei Worten) heißen: Von einem – der auszog – das Fürchten – zu lernen, und in der Umkehrung, – lernen zu – Fürchten das – auszog der – einem von, und dies in zwei etwa gleichlangen Konzerthälften, mit jeweils einem Prolog und Epilog. Dies alles nicht zuletzt auch als ironische Anspielung auf die Situation freier Kulturschaffender in einer von Einsparungen und Schließungen geprägten Zeit.
Bernd Köppen weiht an diesem Abend offiziell den von Paul Siebert restaurierten Ibach-Flügel ein, der dem Lutherstift seit Anfang des Jahres zur Verfügung steht. Ebenso ist dies der Abschluss einer Reihe von Konzerten zum 60. Geburtstag des Musikers.
Beginn 19.30 Uhr Eintritt 8 € / 6 €


Zuf de Zur – Partisanenlieder aus dem Friaul
Klangkosmos Weltmusik
Donnerstag, 22.09.2011
Zuf de Zur beschäftigten sich mit der einzigartigen musikalischen Tradition des Friaul, einer Grenzregion im Nordosten Italiens mit bewegter und wechselhafter Geschichte.
Die Gruppe wurde 1994 in Gorizia gegründet, einer Stadt im italienisch-slowenischen Grenzgebiet zwischen Balkan, Bergen und Venetien, wo sich seit Jahrhunderten vielfältige Sprachen, Kulturen und Musiken mischen. So haben zahlreiche kulturelle Einflüsse die facettenreichen rhythmischen und melodischen Klänge der Musik des Friaul geprägt.
Zuf de Zur haben eine eigene musikalische Sprache entwickelt, um die lustigen wie traurige Geschichten zu erzählen, sie fein zu verweben mit melancholischen und beschwingten Klängen, gespeist aus den vielen Quellen. Die Texte werden in slowenischer Sprache, auf Istro Veneto, Friaul, Jiddisch und Deutsch gesungen – alles Sprachen, die historisch in Gorizia gesprochen wurden.
Gerade während des Faschismus spielte diese Region eine besondere Rolle. Zuf de Zur stellen jene wichtige Epoche lokaler Geschichte in den Mittelpunkt ihrer musikalischen Arbeit. In Erinnerung an die Toten des antifaschistischen Widerstandes präsentieren sie eigene Kompositionen und neue Arrangements von bedeutsamem Liedmaterial. ›Zog nit keyn mol‹, die Hymne des Widerstandes im Vilnaer Ghetto, ›Madonuta‹, ein Lied aus einem Film von Pierpaolo Pasolini oder Interpretationen von Partisanenliedern wie ›La Brigata Garibaldi‹ oder ›Bella Ciao‹. Mit ihren inhaltlich engagierten Konzertprogrammen sind Zuf de Zur inzwischen zu einer der beliebtesten Bands der italienischen Ethno-Folk-Szene und zu einer starken Stimme für die Menschlichkeit geworden – auch im heutigen Italien mit seinen manchmal politisch schwierigen Zeiten.
Beginn 18.00 Uhr Eintritt Frei
www.klangkosmos-nrw.de
www.unter-wasser-fliegen.de


Yoyo Feliz
Brasilianischer Sommerabend
Mittwoch, 31.08.2011
In der Kulturoffensive anstiftung präsentiert das Lutherstift mit dem Trio Yoyo Feliz ein stimmungsvolles Sommerkonzert im Garten mit brasilianischer Live-Musik auf höchstem Niveau.
Die Band zelebriert einen akustischem Sound, ganz wie er in den brasilianischen Bars zu hören ist, in der Besetzung Gesang, klassischer Gitarre und Percussion. An diesem Abend wird die brasilianische Sängerin Gie Ribeiro besonders die gefühlvolle Seite ihrer Heimat vorstellen und den Zuhörer mitnehmen auf einen musikalischen Streifzug von Rio bis zum Nordosten Brasiliens. Zu hören gibt es ein feines Programm aus Bossa Nova, Samba und vielen romantischen Titeln aus der MPB, der „Musica Popular Brasileira“.
Es heisst also: Zurücklehnen, entspannen und ganz tief eintauchen in den südamerikanischen Sound.
Beginn 19.30 Uhr Eintritt 8 € / 6 €




Romengo – Oláh Gypsy Music
Klangkosmos Weltmusik
Donnerstag, 09.06.2011
Romengo aus Budapest stehen für einen neuen Klang in der Musik der Sinti und Roma, der Zeugnis von der großen Vitalität und Dynamik des uralten Erbes ihrer Kultur gibt. Romengo gehören zu den Oláh. Diese Bezeichnung wurde für Vlach-Roma oder Walachen verwendet, die nach dem Ende der türkischen Besetzung im 18. Jahrhundert aus den Fürstentümern Moldau und Walachei (heutiges Rumänien), wo sie Jahrhunderte unter Leibeigenschaft und Versklavung gelitten hatten, nach Ungarn einwanderten.
Roma haben über alle Zeiten immer Elemente aus ihrer jeweiligen Umgebungskultur in ihre Musik einfließen lassen, die dann selbstverständlich zu ›ihrer‹ Musik wurde, so als sei diese schon von ihren Vorfahren aus Indien mitgebracht worden. Folglich stellt der kroatische Musikologe Svanibor Pettan fest: ›In dem Moment, wo ein Roma ein nicht Roma-Lied spielt, wird dieses Lied … zum Roma-Lied.‹
Oláh-Gypsies benutzten ursprünglich nur ihre Stimme und Haushaltsgegenstände wie Wasserkannen und Holzlöffel als Instrumente, was von ihrer nomadischen Tradition zeugt. Zum traditionellen Repertoire gehören Tanzlieder als eine der wichtigsten musikalischen Formen neben dem langsamen lyrischen Lied.
In dieser Tradition steht Romengo. Die experimentierfreudigen Musiker um die charismatische Sängerin Monika Lakatos schaffen eigene Kompositionen im Oláh-Stil sowie innovative Interpretationen von Liedern, die von Generation zu Generation in ihren Familien weitergegeben wurden.
Zum typischen Rhythmus der Milchkannen und zu Monika Lakatos’ anerkannt gefühls- und kraftvollen Stimme fügen sich virtuos Streichinstrumente und Gitarre und bilden so den Klang der jungen, weltoffenen Generation von Roma-Musikern des 21. Jahrhunderts!
Beginn 18.00 Uhr Eintritt Frei
www.klangkosmos-nrw.de
www.unter-wasser-fliegen.de
